Noch heute weithin sichtbares Zeichen für Altglienickes Entwicklung ist der von Heinrich Scheven entworfene und 1905/ 06 gebaute Wasserturm in der Schirnerstraße. Ab 1933 wurden in seinem Erdgeschoss auch Gottesdienste abgehalten, wovon Reste einer sakralen Wandgestaltung zeugen. Seit 1999 hat das Baudenkmal nach Zeiten als "Geräteschuppen" einen neuen Eigentümer, der den fast vierzig Meter hohen Turm unter Beibehaltung des historischen Charakters instandsetzt. Hier entsteht eine der ungewöhnlichsten Privatresidenzen, die dem Südosten ein bedeutendes Wahrzeichen erhält.

Im alten Dorfkern, rund um die Pfarrkirche (1895), sind große Teile des ”alten" Ortes erhalten. Sehenswert sind auch die Gagfah-Siedlung, eine ”Heimstätte für Angestellte" aus den dreißiger Jahren.

Altglienicke spielte auch in einer der spektakulärsten Spionageaffären des Kalten Krieges eine Rolle: Unter Altglienicke verliefen die Fernmeldeleitungen von der sowjetischen Botschaft in Berlin-Mitte und der KGB-Zentrale in Karlshorst zum deutschen Hauptquartier der Roten Armee in Wünsdorf. Amerikaner und Briten hatten in den 50er Jahren vom West-Berliner Rudow einen Tunnel bis unter die Schönefelder Chaussee graben lassen, um die sowjetische Nachrichtenübermittlung anzuzapfen. Nachdem ein Doppelagent das Unternehmen verraten hatte, war es den Sowjets über 14 Monate hinweg möglich, die westliche Spionage mit falschen Informationen in die Irre zu führen. 1956 schließlich drangen die Techniker des KGB in den Tunnel ein und standen plötzlich im Verstärkerraum ihrer amerikanischen ”Kollegen". Der Tunnel wurde umgehend versperrt, die in Rudow zur Tarnung errichtete Radarstation 1995 abgebaut.
(Der Altglienicker Spionagetunnel ist Sujet des 1992 an Originalschauplätzen in Berlin entstandenen Films "...und der Himmel steht still", Regie: John Schlesinger, mit Anthony Hopkins und Isabella Rosselini, nach dem Roman "The Innocent" von Ian McEwan)






